! Kein Schwebebahnbetrieb vom 12. bis 27. April 2014 !

! Kein Eisenbahnverkehr zwischen Wuppertal Hbf und Düsseldorf/ Solingen/ Velbert 25. April (ca. 2 h) bis 28. April (ca. 5h) !

Dienstag, 30. August 2011

Streifzug durch die Stadt (1).

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Schwimmoper.
Schwimmoper.
Blick vom Johannisberg

Schusterstr.

Oskar-Hoffmann-Treppe
Marienstrasse.
Blick vom Nützenberg nach Nordwest.
Blick vom Nützenberg auf Elberfeld.
Blick vom Nützen- zum Friedrichsberg.
Westende.
Vogelsaue.
Blick von der Jakobstreppe auf den Arrenberg.
Moritzstr.
Moritzstr.
Schandfleck Döppersberg.


Mittwoch, 10. August 2011

Lokalzeit des Grauens

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von R.Albrecht und J.N.Kirschbaum.

Eigentlich halte ich mich für einen leidensfähigen Menschen, aber auch ich bin scheinbar nicht komplett schmerzfrei. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass es nicht gesund sein kann, wenn man beim Anschauen der Lokalzeit regelmäßig in krampfartige, teilweise ungläubige Lachanfälle oder stummes Entsetzen ausbricht. Bei den letzten Sendungen verspürte ich immer mehr ein komisches Ziehen in der Kopfgegend, mittlerweile habe ich es als Fremdschämen erkannt. Man muss einfach nur auf die Gesichter der Interviewten schauen und man meint fast erahnen zu können,was sie denken: Fragt sie/er das wirklich oder ist das ein Scherz?

Was ich von einer wirklich guten Sendung erwarte, ist, dass es Informationen gibt, die gut recherchiert sind und verständlich und interessant umgesetzt werden. Dazu gehört nicht, dass man, um die Sendezeit voll zu kriegen, wirklich alles an Themen vor die Linse zerrt, was nicht schnell genug weg ist oder Dinge zu Neuigkeiten macht, die keine sind. Zudem erwarte ich von Moderatoren, besonders im Außeneinsatz, dass diese ihre Gesprächspartner ausreden lassen, nicht nur aus reiner Höflichkeit, sondern auch weil das Thema oder der Mensch vielleicht wirklich interessant ist. Außerdem ist es zwingend notwendig den Bewegungsradius von Reporter und Kamera zu verkleinern und den geistigen Horizont der Reporterfragen zu vergrößern. Ein Beispiel von gestern Abend*: 
Anmoderation: "Überall im Bergischen Land werden jetzt in den Sommerferien zahlreiche Schulen saniert oder auch richtig renoviert. Allein in Wuppertal ist ein Viertel aller Schulen davon betroffen, zum Beispiel auch die Grundschule Gebhardt-Straße und unsere Kollegin Henrike Madest, die hatte heute sozusagen die Bauleitung und hat sich die wichtigsten Arbeiten einmal angeschaut."
H.Madest: "[...]Hier gibt es neue Heizungen. [wendet sich an Arbeiter, der gerade einen Heizkörper mit Farbe versieht] Ist das denn so eine Farbe, die Sie sich selber ausgesucht haben?
Erwartet die Reporterin wirklich, dass die Stadt Wuppertal Aufträge vergibt und es den Handwerken überlässt, die Farbe auszuwählen? Der Arbeiter erklärt, dass dem natürlich nicht so ist, und setzt an auszuführen, dass hier besonders hitzebeständige Lacke an diesem Heizkörper (!!) verwendet werden. Die Reporterin unterbricht investigativ die Erklärung:
"Das heißt die Schüler können dann auch zündeln daran?"
Im Laufe des Beitrags kommt dann heraus, dass die Heizungen gar nicht neu sind, sondern seit 40 Jahren in der Schule ihren Dienst tun und nun abmontiert wurden, um neu lackiert zu werden. Aber was schert mich mein Geschwätz von gestern vor 30 Sekunden! Die Reporterin wendet sich dem nächsten Arbeiter zu, dem älteren Kollegen des ersten "Opfers".
"Haben Sie so alte Dinger schon mal gesehen?"
Das glaubt der Laie ja gar nicht, aber Handwerker sehen durchaus schon mal Heizungen, die älter sind als 40 Jahren, Heizkörper wurden nämlich schon in den 70er Jahren verwendet! Tatsache! Nachdem noch ein weiterer Handwerker erklären darf, dass nun Präsenzmelder eingebaut werden, kommt die Reporterin auf ihrer Wanderung durch den Klassenraum zum Zuständigen der Stadtverwaltung:
"Bis vor kurzem lag hier noch uraltes Linoleum, jetzt bekommen die Kinder frischen blauen Kautschuk. Und Thomas Lehn von der Stadt Wuppertal [...] hatte seine Kinder früher selbst auf der Schule, wie schlimm haben sie das damals empfunden?"
Was war schlimm? Die Schulzeit seiner Kinder? Die war toll - vor 20 Jahren. Den Linoleum-Boden? Was soll denn so schlimm an Linoleum sein? Linoleum ist schließlich kein PVC. Sicher, wie der Herr erklärt, ist der Boden in die Jahre gekommen, das ist aber auch alles. Zeit für die nächste knallharte investigative Frage: 
"Lohnt sich das denn überhaupt bei so'ner alten Schule alles noch zu renovieren, ist es nicht besser abzureißen und neu zu bauen?"
Das kennen die Zuschauer aus dem Privatleben, alle 30 Jahre muss das Eigenheim oder das Mietshaus  abgerissen werden, da eine Renovierung zu teuer ist. (Bei den ganzen 50er und 60er Jahre Bausünden im Tal vielleicht eine gute Idee. Die Bauwirtschaft freut's.) Der Herr erklärt, dass 100 Jahre alte Gebäude heute oft besser in Schuss sind, als 60er-Jahre Bauten. Nächste Frage, mancher Zuschauer hat's bestimmt nicht verstanden: 
"Und das heißt in dem Fall lohnt sich das für sie lieber zu sanieren und das schöne alte Gebäude zu erhalten?"
"Ja!", möchte man ihr zurufen und der Herr von der Stadt erklärt noch einmal, dass das Gebäude keine Ruine, sondern eine Schule ist. 

Zudem erwarte ich auch, dass, wenn man einen „Experten“ in der Sendung hat, auch die Moderatorin dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, dass sie die Materie verstanden hat. Ebenfalls ein Beispiel von gestern Abend. Es wird ein Beitrag aus Solingen gezeigt: In einer Straße ist ein Baum ohne Sturmeinwirkung auf ein geparktes Auto gestürzt, der Besitzer erhält weder von der Versicherung, noch von der kontrollpflichtigen Stadt Solingen eine Entschädigung. Die Stadt erklärt, dass der Baum bei der letzten Kontrolle von außen nicht krank aussah und sie somit ihre Kontrollpflicht erfüllt habe. Der Beitrag erklärt den 6 Monaten alten Fall nüchtern und gut, dann stellt die Moderatorin den Studiogast, einen Rechtsanwalt, vor. Anschließend gesteht sie: 
"Was wir jetzt gerade gesehen haben, ich muss gestehen, ich verstehe es immer noch nicht: warum muss die Stadt nicht zahlen? Ist das wirklich so rechtens oder oder ist es doch irgendwie ein schwammiger Raum?"
Soll das eine Einleitung sein, um die Anwesenheit des Gastes in dieser ungemein wichtigen Frage zu begründen? Hat sie bei der Redaktionskonferenz gefehlt und sich den Beitrag nicht erklären lassen? Hat man es ihr am Ende einfach nicht erklärt? Und wo ist die Logik bei der letzten Frage? Der Anwalt stellt die Lage klar, wie Anwälte nun mal so tun. (Eventuell, in diesem Fall, vielleicht, wenn) Auch die Moderatorin möchte noch etwas klarstellen: 
Moderatorin: "Also wenn ich so einen Fall dann hätte, wenn's mir passiert, dann müsste ich im Prinzip beweisen, dass die Stadt wirklich ihrer Kontrollpflicht nachgekommen ist, oder wie kann ich dann vorgehen?
Rechtsanwalt: "Joa, das Gegenteil: dass die Stadt ihrer Kontrollpflicht nicht nachgekommen ist, [...]"
 Dann wird auch sie investigativ: 
"Aber so eine Aussage eines Anwohners, der dann sagt, 'Naja, die sind alle hier schon morsch, das zählt dann nicht?"

Anwohner sind per definitionem ja Experten für Bäume. Außerdem hat er das gesehen, nachdem der Baum umgekippt war, so sagte er es zumindest im Beitrag. 
Meine Lieblingsepisode in Sachen kompetenter Umgang mit den Studiogast ist immer noch ein Gespräch über das Herzinfarktrisiko, bei dem der Gast - ein Arzt - erklärt, welche Anzeichen es vor einem Herzinfarkt geben kann, bei denen man zum Arzt gehen soll. Nachfrage: "Und was passiert, wenn ich nicht zum Arzt gehe?"
Ich glaube, ich habe den Fernseher angebrüllt und "Herzinfarkt" gerufen, bevor ich hysterisch zusammen gebrochen bin.

Das journalistische Handbuch der WDR-Lokalzeit Bergisches Land scheint, nachdem ich diese Sendung jetzt länger verfolgt habe, aus ungefähr 10 Regeln zu bestehen:
  1. Bei Reportagen müssen Kamera und Reporten immer in Bewegung sein, wer steht, verliert!
  2. Es gibt keine dummen Fragen, also stelle sie! Vorbereitung ist vergeudete Zeit!
  3. Eine sozusagen erfolgreiche Moderation benutzt sozusagen oft ein schönes Füllwort wie sozusagen.
  4. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, live in eine laufende Veranstaltung zu schalten, macht es! Das stört auch niemanden, die Anwesenden sehen sowieso dem Lokalzeit-Reporter lieber bei der Arbeit zu!
  5. Man darf keine Ansprüche an die Intelligenz des Publikums haben.
  6. Politische und wirtschaftliche Zusammenhänge werden am Besten aus Gründen der Verständlichkeit (Punkt 5) in allgemein gültige Phrasen vom Stammtisch gepackt, z.B.: eine Geschwindigkeitskontrolle dient immer der Abzocke des Bürgers.
  7. Bloß keine langen Hintergrundberichte!
  8. Lieber süße Tierbabies
  9. Es werden bei Gästen im Studio nur die Fragen auf den Kärtchen vorgelesen, für Nachfragen haben wie keine Zeit! Es ist völlig egal, was der Gast antwortet, solange es nicht zu lange dauert!
  10. Alle großen Nachrichten sind auch für unsere Scholle wichtig. Beispiel: Wenn in Köln eine U-Bahnbaustelle das Stadtarchiv zum Einsturz bringt, sollte man schnellstens eine Reportage über das Wuppertaler Stadtarchiv machen. Kann es jetzt auch einstürzen?
Ich brauche kein Hochglanzmagazin, keine allwissende Redaktion und keinen fehlerfreien perfekten Moderator, aber ich möchte, dass ich das Gefühl habe, dass es sich lohnt Rundfunkgebühren zu zahlen. Ich möchte ehrliches Handwerk, sinnvolle Information und das Gefühl, dass zu mir ein intelligenter Mensch, engagierter Mitbürger und ein kritischer Journalist spricht. Fast tendiere ich dazu lieber Big Brother zu schauen, da ich von diesem, ich nenne es mal „Schundformat“, pardon „Sendeformat“ nicht viel erwarte und mich (fast) nichts mehr überraschen kann.

Ich will MEHR für mein Geld! Für's erste schaue ich jetzt jeden Abend von 19:30 - 20:00 Uhr die Aufzeichnung der Ziehung der Lottozahlen, das ist informativer.


* Die Beiträge der Lokalzeit sind 7 Tage nach Ausstrahlung online verfügbar. In diesem Eintrag wurde sich auf folgende Beiträge bezogen: 



Dienstag, 9. August 2011

Wolkenbergisches Land

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Wie viel Wasser da wohl drinsteckt?
Über'm Nützenberg
 Ja, ich weiß, dass der Titel des Eintrags grammatikalisch unkorrekt ist.

Montag, 1. August 2011

Sommersound

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Sommersound im Park.
 Heute, Morgen und Mittwoch (=Hitzegewitter) gibt es den typischen Sommersound mal zum Probieren, danach macht der August einen auf Juli. Ich hoffe, dass Freibadgekreische, der Ton, wenn geschmolzenes Eis auf Asphalt trifft, das Zirpen der Grillen und das Flippen und Floppen von Sandalen noch einmal wieder kommt dieses Jahr.